BWL · Kapitel 4/13

Rechnungswesen und Finanzkennzahlen

Betriebswirtschaft26 Min. LesezeitRelevanz ★★★

1 Worum es im Rechnungswesen geht ★★

Unternehmen schaffen Werte für Kundschaft, Beschäftigte, Lieferanten und Eigentümer. Die finanzwirtschaftliche Sicht fragt: Welcher Teil dieser Wertschöpfung bleibt am Ende als finanzieller Gewinn übrig (die Produzentenrente), und wie misst man das sauber?

Warum ein Unternehmen Kapital braucht

Fast immer muss zuerst Geld hinaus (Forschung, Maschinen, Material, Löhne), bevor durch den Verkauf Geld herein kommt. Diese Finanzierungslücke muss jemand überbrücken. Bei Innovationen dauert das oft Jahre, und ob das Geld je zurückkommt, ist unsicher.

Eigenkapital (EK): Geld der Eigentümerinnen und Eigentümer. Es ist Risikokapital: Es kann ganz oder teilweise verloren gehen. Dafür bekommen die Eigentümer Entscheidungsrechte (Mitsprache, Kontrolle) und den Anspruch auf den Gewinn.

Fremdkapital (FK): geliehenes Geld (z. B. Bankkredit, Anleihe). Es muss zurückgezahlt werden, und für die Überlassung zahlt man einen Preis, den Zins.

Einfach erklärt: Wer eine riskante Idee wie eine neue Lern-App finanziert, tut das meist mit eigenem Geld. Eine Bank will ihr Geld fix zurück und gibt für sehr unsichere Vorhaben wenig oder gar nichts her.

Prüfungsfalle: Hoch riskante Vorhaben lassen sich nicht (oder nicht nur) mit Fremdkapital finanzieren. Risikokapital ist typischerweise Eigenkapital, nicht Fremdkapital.

Die drei Grundpfeiler des Rechnungswesens

Ursprünglich war das Rechnungswesen eine Aufzeichnung aus Sicht der Eigentümer. Sie wollen drei Dinge wissen:

GrundpfeilerLeitfrageWas gegenübergestellt wird
Cashflow-RechnungSind wir zahlungsfähig? Brauchen wir Kredit oder neues EK?Einzahlungen und Auszahlungen
Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)Verdienen wir etwas oder machen wir Verlust?Erträge und Aufwände einer Periode
BilanzWorin steckt das Geld, und woher stammt es?Vermögen (Aktiva) und Kapital (Passiva) an einem Stichtag
Cashflow = Einzahlungen − Auszahlungen
Gewinn = Erträge − Aufwände (Wert der erstellten Güter minus Wert der dafür verbrauchten Güter)
Bilanz: Aktivseite = Vermögensgegenstände (Assets: Anlage- und Umlaufvermögen). Passivseite = Herkunft des Kapitals, also wer Ansprüche hat (Claims: Eigen- und Fremdkapital).

Wer diese drei Rechnungen nicht lesen kann, kann nicht beurteilen, ob ein Unternehmen Geld verdient, verliert oder bald zahlungsunfähig wird. Genau das braucht man aber für jede Gründung.

Externes und internes Rechnungswesen

Externes Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung, Financial Accounting): informiert Stakeholder außerhalb (Banken, Investoren, Finanzamt) und ist Grundlage der Besteuerung. Es gibt rechtliche Vorschriften (z. B. erlaubte Nutzungsdauern, Abschreibungsverfahren), damit die Zahlen verlässlich und zwischen Firmen vergleichbar sind.

Internes Rechnungswesen (Management Accounting): Rechnungen nur für interne Planung und Steuerung. Hier darf man Annahmen frei wählen, wie man sie sinnvoll findet.

Prüfungsfalle: Die gesetzlichen Regeln (Nutzungsdauer, Abschreibungsverfahren usw.) betreffen das externe Rechnungswesen. Eine Gründerin, die nur für sich plant, ist an diese Vorgaben nicht gebunden.

VertiefungWer die Zahlen nutzt und wie man an sie herankommt

Interessierte Stakeholder: Investoren (Eigenkapitalgeber), Kreditgeber (Kreditoren), Lieferanten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Management selbst und die öffentliche Hand (z. B. Steuern). Kennzahlen dienen außerdem oft als Basis für erfolgsabhängige Vergütung.

Zugang zu Finanzinformationen:

Veröffentlichungspflichten, die von der Unternehmensgröße abhängen (große Firmen müssen mehr offenlegen)
Firmenbuchabfrage (dort sind Jahresabschlüsse hinterlegt)
Geschäftsberichte, die vor allem börsennotierte Unternehmen veröffentlichen

Kapitalgebersicht, nicht Stakeholdersicht: Das traditionelle Rechnungswesen kümmert sich vor allem um materielle Vermögenswerte, das Kapital zu ihrer Finanzierung, das Zustandekommen des Finanzgewinns und die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Es betrachtet das Unternehmen also aus Sicht der Kapitalgeber. Was für Kundschaft, Beschäftigte oder Umwelt an Wert entsteht, sieht man darin kaum.

VertiefungEnglische Begriffe, die man auseinanderhalten muss
Expenditures = Auszahlungen. Expenses = Aufwände. Im Alltag wird das oft schlampig vermischt.
CAPEX (Capital Expenditure) = Auszahlungen für Investitionen, z. B. eine neue Maschine.
OPEX (Operating Expenditure) = Auszahlungen für den laufenden Betrieb.
TOTEX (Total Expenditure) = CAPEX + OPEX.
Die GuV heißt englisch Profit & Loss Statement (P&L) oder Income Statement. „Income" deutet an, dass damit das Einkommen der Eigentümer ermittelt wird.
Der Finanzplan mit allen erwarteten Ein- und Auszahlungen (Cash Inflow und Cash Outflow) ist der Kern jedes Businessplans.

2 Die Cashflow-Rechnung ★★★

Die Cashflow-Rechnung zeigt, wie viel Geld tatsächlich herein- und hinausfließt. Sie sagt etwas über Liquidität (Zahlungsfähigkeit), aber nicht direkt über den Erfolg.

Einzahlungen und Auszahlungen

Einzahlung: Geld fließt ins Unternehmen (z. B. Kundin zahlt die Rechnung).
Auszahlung: Geld fließt hinaus (z. B. Miete, Löhne, Kauf einer Maschine).

Zahlungen sind im Nachhinein objektiv nachprüfbar (Zahlungsbelege). Deshalb sind sie die Basis des gesamten Rechnungswesens.

Die drei Arten von Cashflow

CashflowWas hinein gehörtWas er misst
Operativer CashflowUmsatzerlöse minus laufende Auszahlungen (Material, Löhne, Werbung …) plus/minus sonstige laufende ZahlungenGeld aus der laufenden Geschäftstätigkeit
Cashflow aus InvestitionstätigkeitEinzahlungen aus dem Verkauf (Desinvestition) von Anlagevermögen minus Auszahlungen für neue Investitionen und ErsatzinvestitionenWie viel investiert bzw. desinvestiert wurde
Cashflow aus FinanzierungstätigkeitEK-Zuführungen, Kreditaufnahmen, Anleihen herein; Ausschüttungen (Dividenden) und Tilgungen hinausZahlungen zwischen Unternehmen und Kapitalgebern
FormelFree Cashflow und Zahlungsmittelüberschuss
FCF=CFoperativ+CFInvestition

In Worten: Der Free Cashflow ist das Geld aus dem laufenden Geschäft, nachdem die Investitionen bezahlt sind. Rechnet man den Cashflow aus Finanzierungstätigkeit dazu, erhält man den gesamten Zahlungsmittelüberschuss (oder -bedarf).

FCF = Free CashflowCFoperativ = operativer CashflowCFInvestition = Cashflow aus Investitionstätigkeit
Beispiel ansehen

Ein Fahrradverleih kauft im Jahr 1 Räder um 30.000 €. Jedes Jahr kommen 28.000 € von der Kundschaft herein, laufend gehen 10.000 € hinaus. Nach 4 Jahren werden die alten Räder um 6.000 € verkauft und neue um 34.000 € gekauft. Zum Start bringt die Gründerin 25.000 € ein und nimmt 10.000 € Kredit auf (Zinsen lassen wir hier weg).

JahrOperativ / InvestitionFree Cashflow
118.000 / −30.000−12.000
2 und 318.000 / 018.000
418.000 / −28.000−10.000

Im Jahr 1 kommt der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit von 25.000+10.000=35.000 dazu.

Ergebnis: Zahlungsmittelüberschuss im Jahr 1 =−12.000+35.000=23.000 €. Der negative Free Cashflow im Jahr 1 heißt nicht, dass das Geschäft schlecht läuft: Es wurde investiert.

Was die Vorzeichen bedeuten

Operativer Cashflow positiv: Das Unternehmen kann aus eigener Kraft investieren, Schulden zurückzahlen oder ausschütten. Investitionen können Ersatzinvestitionen (altes Gerät ersetzen) oder Erweiterungsinvestitionen (zusätzliches Gerät) sein.
Cashflow aus Investitionstätigkeit negativ: Es wurde mehr investiert als verkauft. Typisch für wachsende Unternehmen.
Cashflow aus Investitionstätigkeit positiv: Anlagevermögen wurde abgebaut. Das kann Effizienz bedeuten, ist aber oft ein Zeichen für Schrumpfen oder Zahlungsschwierigkeiten.
Free Cashflow: Das Geld, das nach den Investitionen für Fremd- und Eigenkapitalgeber zur Verfügung steht (Zinsen, Tilgung, Ausschüttungen).

Prüfungsfalle: Ein negativer Free Cashflow bedeutet nicht automatisch schlechtes Wirtschaften (vielleicht wurde viel investiert). Ein positiver Free Cashflow bedeutet nicht automatisch gutes Wirtschaften (vielleicht wurden Maschinen verkauft).
Prüfungsfalle: Cashflows informieren über Liquidität, nicht über Erfolg. Aus dem Cashflow eines einzelnen Jahres kann man nicht direkt auf Gewinn oder Verlust schließen.

Liquidität ist Pflicht

Zahlungsfähigkeit ist eine conditio sine qua non: ohne sie geht es nicht. Kann ein Unternehmen seine Zahlungen nicht mehr leisten, droht Insolvenz und damit das Ende. Bei negativem Cashflow kann man nicht benötigtes Vermögen verkaufen (Desinvestition) oder Geld von außen holen (Kredit, neues Eigenkapital).

VertiefungFree Cashflow, Finanzierung und Cash Burn

Free Cashflow als „Brutto-Überschuss": Er wird mit allen Vermögensgegenständen auf der Aktivseite erwirtschaftet, egal, wer sie finanziert hat. Ist ein Teil mit Schulden finanziert, gehen davon noch Zinsen und Tilgung ab; nur der Rest gehört den Eigentümern. Man kann den Free Cashflow auch so lesen: Das ist der Überschuss, den das Unternehmen hätte, wenn es nur mit Eigenkapital finanziert wäre.

Finanzierung ändert den Free Cashflow nicht: Kauft ein Kaffeehaus seine Espressomaschine mit Kredit statt mit eigenem Geld, bleiben operativer Cashflow, Investitions-Cashflow und damit der Free Cashflow gleich. Es ändert sich nur der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit.

Rangfolge der Ansprüche: Fremdkapitalgeber sind bevorrechtigt. Sie haben vertraglich zugesicherte Ansprüche auf Zinsen und Rückzahlung, die nur im Konkursfall in Gefahr sind. Eigenkapitalgeber bekommen ihr Geld nur zurück, wenn das Unternehmen gut läuft.

Negativer Free Cashflow über längere Zeit: Das Unternehmen „verbrennt" das Geld seiner Kapitalgeber. Bei Start-ups, die Produkte erst entwickeln, ist das normal. Entscheidend ist, wie viel pro Periode verbrannt wird (Cash Burn Rate) und wie lange das Geld reicht, bis das Unternehmen aus eigener Kraft lebensfähig ist.

Desinvestition ist eigentlich Finanzierung: Eine Finanzierung ist eine „negative Investition" (die Vorzeichen der Zahlungen drehen sich um). Verkauft man eine Maschine, wird Geld frei, also wird finanziert. In der Cashflow-Rechnung gehört der Verkauf trotzdem zum Cashflow aus Investitionstätigkeit, nicht zum Finanzierungs-Cashflow.

VertiefungWenn das Geld knapp wird: Insolvenz abwenden

Wo man es zuerst sieht: in der Cashflow-Rechnung, als Zahlungsmittelbedarf, der nicht mehr gedeckt werden kann.

Kurzfristige Maßnahmen:

längere Zahlungsfristen bei Lieferanten erbitten
Kredite aufnehmen (falls noch möglich)
Umlaufvermögen verkaufen (z. B. Lagerware)
Anlagevermögen verkaufen, etwa mit Sale-and-Lease-back (verkaufen und zurückmieten)

Langfristig: die Ursache finden. War es nur eine schlechte Liquiditätsplanung (dann bessere Planung, andere Zahlungsziele)? Oder macht das Unternehmen dauerhaft Verluste (dann Umsatz- oder Kostenproblem, eventuell Strategiewechsel)?

3 Die GuV: Ertrag, Aufwand und Abschreibung ★★★

Die GuV beantwortet, ob ein Unternehmen in einer Periode etwas verdient hat. Der Schlüssel ist die Unterscheidung zwischen Zahlung und Güterverbrauch.

Ertrag und Aufwand

Ertrag: der in Geld bewertete Wert der in einer Periode erstellten Güter und Leistungen.
Aufwand: der in Geld bewertete Wert der in einer Periode verbrauchten Güter und Leistungen.

„Güter" ist dabei weit gemeint: auch Dienstleistungen wie eine Fahrradmiete oder eine Reparatur.

FormelGewinn laut GuV
Gewinn=Ertra¨ge−Aufwa¨nde

In Worten: Der Gewinn einer Periode ist der Wert dessen, was erstellt bzw. verkauft wurde, minus dem Wert dessen, was dafür verbraucht wurde.

Beispiel ansehen

Der Fahrradverleih von oben (Räder um 30.000 €, nach 4 Jahren um 6.000 € verkauft, Abschreibung 6.000 € pro Jahr) hat 400 € Kreditzinsen pro Jahr.

PostenBetrag
Erträge (Umsatzerlöse)28.000
− laufender Aufwand (Wartung, Miete …)−10.000
− Abschreibung der Räder−6.000
− Zinsaufwand−400

Ergebnis: Gewinn =28.000−10.000−6.000−400=11.600 € pro Jahr. Im Jahr 1 war der Free Cashflow negativ, der Gewinn ist trotzdem positiv.

Zahlung und Verbrauch fallen oft auseinander

VorgangCashflow-RechnungGuV
Maschine kaufenAuszahlung sofort, voller Betragerst über die Nutzungsjahre als Abschreibung
Material jetzt kaufen, später verbrauchenAuszahlung im KaufjahrAufwand im Verbrauchsjahr
Leistung jetzt erbringen, Kunde zahlt späterEinzahlung im ZahlungsjahrErtrag im Leistungsjahr
Material im selben Jahr kaufen und verbrauchenAuszahlung = Aufwandgleicher Betrag

Einfach erklärt: Eine Bäckerei kauft im Dezember Mehl um 800 € auf Vorrat und verbäckt es im Jänner. Das Geld geht im Dezember hinaus (Auszahlung, operativer Cashflow sinkt). Der Aufwand entsteht erst im Jänner, wenn das Mehl verbraucht wird, und erst dann sinkt der Gewinn.

Prüfungsfalle: Der Kauf einer Maschine ist zum Kaufzeitpunkt kein Aufwand und berührt die GuV nicht. Aufwand entsteht erst durch die Abschreibung in den Jahren der Nutzung.
Prüfungsfalle: Wird Vorratsmaterial verbraucht, entsteht ein Aufwand, aber keine neue Auszahlung. Der operative Cashflow sank schon beim Kauf.

Abschreibung

Abschreibung: der Aufwand, der den Wertverbrauch eines mehrjährig genutzten Vermögensgegenstands auf die Nutzungsjahre verteilt.

Verteilt wird der Nettobetrag: Anschaffungsauszahlung minus erwarteter Wiederverkaufserlös (Restwert). In der Summe über alle Jahre wird genau dieser Betrag abgeschrieben.

FormelLineare Abschreibung
Abschreibung pro Jahr=Anschaffungswert−RestwertNutzungsdauer

In Worten: Man nimmt an, dass sich der Gegenstand jedes Jahr gleich stark abnutzt, und verteilt den Wertverlust gleichmäßig.

Beispiel ansehen

Räder um 30.000 €, Nutzung 4 Jahre, Restwert 6.000 €.

30.000−6.0004=6.000 € pro Jahr

Buchwert der Räder in der Bilanz: nach Jahr 1 24.000 €, nach Jahr 2 18.000 €, nach Jahr 3 12.000 €, nach Jahr 4 6.000 € (= Restwert).

Verfahren:

linear: gleich hohe Beträge jedes Jahr
degressiv: am Anfang höhere, später niedrigere Beträge (realistisch z. B. bei Autos, die anfangs schneller an Wert verlieren)
progressiv: am Anfang niedrigere, später höhere Beträge

Prüfungsfalle: Auch bei degressiver Abschreibung ist die Summe aller Abschreibungen gleich groß wie bei linearer (Anschaffungswert minus Restwert). Nur die Verteilung auf die Jahre und damit der Gewinn einzelner Jahre ändert sich.

Es gibt keinen „objektiv richtigen" Gewinn

Wie lange man etwas nutzt, welchen Restwert es hat und wie gleichmäßig der Verbrauch ist, weiß man am Anfang nicht. Man muss Annahmen treffen. Damit ist auch die Abschreibung und folglich der Gewinn von Annahmen abhängig. Sicher bekannt ist meist nur die Anschaffungsauszahlung; objektiv erfassbar sind nur die bereits realisierten Cashflows.

Rechenbeispiel Degressiv statt linear: gleiche Summe, andere Gewinne

Die Räder (30.000 €, Restwert 6.000 €, 4 Jahre) werden degressiv abgeschrieben: 9.000, 7.000, 5.000 und 3.000 €.

Summe: 9.000+7.000+5.000+3.000=24.000 € (wie linear: 4⋅6.000)
Gewinn Jahr 1 (vor Zinsen): 28.000−10.000−9.000=9.000 € statt 12.000 € bei linearer Abschreibung
Gewinn Jahr 4 (vor Zinsen): 28.000−10.000−3.000=15.000 €

Ergebnis: Über alle vier Jahre zusammen ist der Gewinn gleich, aber er verschiebt sich zwischen den Jahren. Nimmt man stattdessen 8 Jahre Nutzung und Restwert 0 an, wären es linear 30.000/8=3.750 € pro Jahr.

VertiefungPagatorisch oder kalkulatorisch?

Pagatorisches Prinzip (lat. pagare = zahlen): Alle Wertansätze beruhen auf tatsächlichen Zahlungen. GuV und Bilanz sind grundsätzlich pagatorisch aufgebaut. Dann sind Erträge und Aufwände nur zeitlich „hin- und hergeschobene" Ein- und Auszahlungen: Sie werden den Jahren zugeordnet, in denen Güter erstellt oder verbraucht werden.

Historische Anschaffungskosten (Historical Cost): Verbrauchtes Material wird mit dem damals bezahlten Preis bewertet, auch wenn es beim Verbrauch schon teurer wäre. Die Abschreibung geht vom ursprünglichen Kaufpreis aus.

Nicht pagatorisch wäre zum Beispiel:

ein Gerät höher anzusetzen als bezahlt („eigentlich ist es mehr wert, ich hab nur günstig gekauft")
ein kalkulatorischer Unternehmerlohn: Die Gründerin setzt das Gehalt an, das sie als Angestellte woanders verdienen würde (Opportunitätskosten), um zu prüfen, ob sich die Selbständigkeit trotzdem lohnt.

Das externe Rechnungswesen rechnet normalerweise nur pagatorisch. Im internen Rechnungswesen heißt der bewertete Güterverbrauch, der auch kalkulatorische Teile enthalten kann, Kosten (statt Aufwand), die bewertete Gütererstellung meist Leistungen (statt Erträge).

Zinsen und Tilgung: Zinsen sind der Preis für das geliehene Geld, also ein Aufwand, der den Gewinn mindert. Die Tilgung (Rückzahlung des Kredits) ist dagegen kein Aufwand, sondern nur eine Auszahlung im Finanzierungs-Cashflow.

4 GuV-Gliederung: Gesamt- und Umsatzkostenverfahren, EBIT ★★★

Damit der Gewinn stimmt, müssen Erträge und Aufwände zusammenpassen. Es gibt zwei Wege, die GuV aufzubauen. Beide liefern denselben Gewinn, gliedern aber anders.

Das Matching-Prinzip

Matching Principle: Von den Erträgen einer Periode darf man nur jene Aufwände abziehen, die zu genau diesen Erträgen gehören. Das „Mengengerüst" muss zusammenpassen.

Umsatzkostenverfahren (UKV)Gesamtkostenverfahren (GKV)
Bezugspunktnur die verkauften Güteralle in der Periode erstellten Güter
Aufwändenur die Herstellungskosten der verkauften Menge (Cost of Goods Sold)alle Aufwände der Periode, nach Arten (Material, Personal, Abschreibung …)
Lager, Halbfertigesnicht im Ertragals Bestandsveränderung im Ertrag
Verbreitungim angelsächsischen Raum seit jeher üblichim deutschsprachigen Raum oft angewendet

UKV heißt auf Deutsch auch „Kosten der abgesetzten Leistungen". Wird beim GKV auf Lager produziert, muss der Wert der nicht verkauften fertigen und der unfertigen Erzeugnisse als Ertrag dazukommen, sonst stimmt die Rechnung nicht.

Prüfungsfalle: Das Umsatzkostenverfahren zieht nicht alle Aufwände der Periode ab, sondern nur die für die verkauften Güter. Das Gesamtkostenverfahren zieht alle ab und gleicht das über die Bestandsveränderung aus.
Prüfungsfalle: Bei einem Dienstleister ohne Lager (z. B. Fahrradverleih) liefern beide Verfahren nicht nur denselben Gewinn, sondern auch praktisch dieselbe Rechnung, weil es nichts „Halbfertiges" oder Unverkauftes gibt.

FormelGKV und UKV im Vergleich
Umsatz±ΔBestand−alle Aufwa¨nde=Umsatz−HK der verkauften Gu¨ter−u¨brige Aufwa¨nde

In Worten: Links das Gesamtkostenverfahren, rechts das Umsatzkostenverfahren. Beide kommen auf dasselbe Betriebsergebnis, solange die Bestandsveränderung mit den Herstellungskosten bewertet wird.

ΔBestand = Erhöhung (+) oder Verminderung (−) des Lagers an fertigen und unfertigen ErzeugnissenHK = Herstellungskosten
Beispiel ansehen

Eine Tischlerei baut 100 Tische und verkauft 80 davon um je 500 €. Herstellung: Material 12.000 €, Personal 15.000 €, Abschreibung 3.000 € (zusammen 30.000 €, also 300 € pro Tisch). Vertrieb und Verwaltung kosten 4.000 €.

GKV:

Umsatz 80⋅500=40.000
+ Bestandserhöhung 20⋅300=6.000
− Material, Personal, Abschreibung, Vertrieb/Verwaltung: 12.000+15.000+3.000+4.000=34.000
=12.000

UKV:

Umsatz 40.000 − Herstellungskosten der verkauften Tische 80⋅300=24.000
= Bruttoergebnis vom Umsatz 16.000
− Vertriebs- und Verwaltungskosten 4.000 =12.000

Ergebnis: Beide Verfahren ergeben ein EBIT von 12.000 €.

Die Gliederung im Überblick

Gesamtkostenverfahren (nach UGB/HGB):

1Umsatzerlöse
2± Bestandsveränderung an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
3+ andere aktivierte Eigenleistungen (z. B. selbst gebaute Anlage für den eigenen Betrieb)
4+ sonstige betriebliche Erträge (z. B. Gewinn aus dem Verkauf von Anlagen, Auflösung von Rückstellungen)
5− Materialaufwand (Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, bezogene Waren und Leistungen)
6− Personalaufwand (Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, Altersversorgung)
7− Abschreibungen; − sonstige betriebliche Aufwendungen

Umsatzkostenverfahren:

1Umsatzerlöse
2− Herstellungskosten der verkauften Leistungen (Material, Personal, Abschreibungen, soweit für die verkauften Güter angefallen)
3= Bruttoergebnis vom Umsatz
4− Vertriebskosten; − allgemeine Verwaltungskosten
5± sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Ab dem Betriebserfolg sind beide Verfahren gleich:

StufeInhalt
= EBIT (Betriebserfolg)Ergebnis aus der eigentlichen Geschäftstätigkeit, vor Zinsen und Steuern
± FinanzergebnisErträge aus Beteiligungen, Wertpapieren, Zinsen; minus Abschreibungen auf Finanzanlagen und Zinsaufwand
= EBTErgebnis vor Steuern
− Steuern vom Einkommen und Ertrag→ Ergebnis nach Steuern
± sonstige Steuern= Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag

EBIT (Earnings before Interest and Taxes): der Wert der produzierten bzw. verkauften Güter minus dem Wert der dafür verbrauchten Güter, also der Betriebserfolg vor Zinsen und Steuern.
EBT (Earnings before Taxes): Ergebnis vor Steuern, also EBIT plus Finanzergebnis.

Prüfungsfalle: Die Kreditzinsen stehen im Finanzergebnis, also unter dem EBIT. Das EBIT hängt daher nicht davon ab, ob ein Unternehmen mit Eigen- oder Fremdkapital finanziert ist.

VertiefungEBITDA und der Weg zum Jahresüberschuss

EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization): EBIT plus Abschreibungen. Er zeigt das Betriebsergebnis, bevor der Wertverbrauch von Anlagen abgezogen wird. Weil Abschreibungen auf Annahmen beruhen, wird der EBITDA gern zum Vergleich von Firmen mit unterschiedlichen Abschreibungen genutzt. Er liegt näher am operativen Cashflow, ist aber nicht dasselbe.

Rechenbeispiel Von EBIT bis Jahresüberschuss

Die Tischlerei (EBIT 12.000 €, Abschreibungen 3.000 €) zahlt 1.000 € Kreditzinsen. Angenommener Steuersatz 25 %.

1EBITDA =12.000+3.000=15.000 €
2EBT =12.000−1.000=11.000 €
3Steuern =0,25⋅11.000=2.750 €
4Jahresüberschuss =11.000−2.750=8.250 €

Ergebnis: EBITDA 15.000 €, EBIT 12.000 €, EBT 11.000 €, Jahresüberschuss 8.250 €.

5 Die Bilanz: Vermögen und Kapital ★★★

Die Bilanz zeigt an einem Stichtag, welches Vermögen da ist und wie es finanziert wurde. Die GuV ist eher ein Film über ein Jahr, die Bilanz ein Foto.

Grundaufbau

Aktiva (Assets): alle Vermögensgegenstände mit ihrem Geldwert.
Passiva (Claims): woher das Kapital stammt und wer daher Ansprüche hat: Eigenkapital und Fremdkapital.

Weil alles Vermögen irgendwie finanziert sein muss, gilt immer: Summe Aktiva = Summe Passiva.

Reinvermögen (Nettovermögen) = Aktiva − Schulden = Eigenkapital. Die Summe der Aktiva nennt man auch Bruttovermögen.

SeiteGliederungWas steht oben?
Aktivanach Liquidierbarkeit (wie leicht zu Geld zu machen)das am schwersten Liquidierbare (Anlagevermögen); ganz unten Bank und Kassa
Passivanach Fristigkeit (wie lange das Kapital bleibt)das Eigenkapital, weil es unbefristet zur Verfügung steht

Prüfungsfalle: Auf der Aktivseite stehen die liquidesten Posten (Bank, Kassa) unten, nicht oben. Auf der Passivseite steht das Eigenkapital oben.

Aktivseite

PostenBeispiele
A. Anlagevermögendient dauerhaft (mehrere Jahre) dem Betrieb
I. Immaterielle Vermögensgegenständegekaufte Patente, Software, Markenrechte
II. SachanlagenGrundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge
III. FinanzanlagenBeteiligungen, langfristige Wertpapiere
B. Umlaufvermögenzur Veräußerung, Verarbeitung oder zum Verbrauch bestimmt
I. VorräteRoh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, unfertige und fertige Erzeugnisse, Waren
II. Forderungenv. a. aus Lieferungen und Leistungen (verkauft, noch nicht bezahlt)
III./IV. Wertpapiere; Kassa, Banksofort oder rasch verfügbares Geld
C. Aktive Rechnungsabgrenzung (ARA)im alten Jahr schon bezahlt, Leistung kommt im neuen Jahr

Abnutzbares Anlagevermögen (Gebäude, Fahrzeuge, Maschinen, gekaufte Software und Patente) wird planmäßig abgeschrieben. Nicht abnutzbares (z. B. Grundstücke) nicht. Außerplanmäßige Abschreibungen gibt es bei unerwarteter Wertminderung: Unfall, Beschädigung, technische Überholung, stark gesunkener Marktwert.

Immaterielles: Gekaufte Patente oder Marken (Wert durch den Kaufpreis belegt) werden aktiviert. Eine selbst aufgebaute Marke, Know-how oder neue Produktideen sind zwar wertvoll, stehen aber aus kaufmännischer Vorsicht in der Regel nicht in der Bilanz, weil ihr Wert kaum verlässlich zu messen ist.

Prüfungsfalle: Nicht jeder immaterielle Wert kommt in die Bilanz. Eine über Jahre selbst aufgebaute Marke fehlt meist, eine gekaufte Marke dagegen wird aktiviert.

Passivseite

PostenInhalt
A. EigenkapitalI. Gezeichnetes Kapital, II. Kapitalrücklage, III. Gewinnrücklagen, IV. Jahresüberschuss/Bilanzgewinn
B. RückstellungenPensions-, Gewährleistungs-, Steuerrückstellungen
C. VerbindlichkeitenAnleihen, Bankkredite, erhaltene Anzahlungen, Lieferverbindlichkeiten
D. Passive Rechnungsabgrenzung (PRA)im alten Jahr schon Geld erhalten, Leistung wird erst im neuen Jahr erbracht

Fremdkapital = Rückstellungen + Verbindlichkeiten + passive Rechnungsabgrenzung. Es stammt aus Sicht der Eigentümer von „Fremden".

Rückstellungen: Verpflichtungen, die der Art nach bekannt sind, deren Höhe (oder Zeitpunkt) aber unsicher ist. Sie sind die erste Position des Fremdkapitals.

Pensionsrückstellungen: Betriebspensionen hängen z. B. davon ab, wie lange Beschäftigte leben; geschätzt wird versicherungsmathematisch.
Gewährleistungsrückstellungen: für mögliche Schäden an verkauften Produkten
Steuerrückstellungen: Steuer kommt sicher, die genaue Höhe steht noch nicht fest

Prüfungsfalle: Rückstellungen sind Fremdkapital, nicht Eigenkapital, und sie haben auch kein „Geld auf der Seite" zum Inhalt. Sie zeigen eine Verpflichtung mit unsicherer Höhe.

Einfach erklärt: Ein Fitnessstudio kassiert im Dezember die Jahresbeiträge für das nächste Jahr. Das Geld ist da, aber die Leistung ist noch geschuldet: passive Rechnungsabgrenzung. Zahlt das Studio umgekehrt im Dezember die Miete für Jänner im Voraus, hat es Anspruch auf eine künftige Leistung: aktive Rechnungsabgrenzung.

VertiefungDas Eigenkapital genauer: Nennkapital, Agio, Rücklagen

Das Eigenkapital besteht aus zwei Teilen: Kapital, das die Eigentümer eingebracht haben, und Gewinne, die im Unternehmen belassen wurden.

Eingebrachtes Kapital (bei Kapitalgesellschaften):

Anteile werden mit einem Nennwert ausgegeben. Nennwert mal Anzahl der Anteile ergibt das Nennkapital bzw. gezeichnete Kapital.
Bei der AG heißt es Grundkapital, bei der GmbH Stammkapital.
Werden Aktien über dem Nennwert ausgegeben, heißt der Aufpreis Agio. Er kommt in die Kapitalrücklage.
Beispiel: 10.000 Aktien mit Nennwert 5 € werden um 8 € ausgegeben. Gezeichnetes Kapital =10.000⋅5=50.000 €, Kapitalrücklage =10.000⋅3=30.000 €.

Kurssteigerungen danach wirken nicht auf die Bilanz: Wird eine Aktie an der Börse weiterverkauft, fließt das Geld vom Käufer an den Verkäufer, nicht ans Unternehmen.

Personengesellschaften kennen diese Untergliederung nicht.

Erwirtschaftetes Kapital: Gewinne können ausgeschüttet werden (Vergütung der Eigentümer, die ja keinen fixen Zins bekommen) oder einbehalten werden. Einbehaltene Gewinne kommen in die Gewinnrücklagen. Das nennt man Gewinnthesaurierung oder Selbstfinanzierung: zusätzliches Eigenkapital ohne neue Einlage von außen.

VertiefungAktiva und Passiva als „Anteile" denken

Das Kapital auf der Passivseite ist ein abstrakter Begriff. Finanziert eine Unternehmerin Gebäude und Maschinen je zur Hälfte mit eigenem Geld und mit einem Bankkredit, steckt in jedem Vermögensgegenstand gewissermaßen zur Hälfte ihr Geld und zur Hälfte das der Bank. Rechtlich gehört ihr zwar alles allein, wirtschaftlich „gehört" ihr nur die Hälfte.

Deshalb macht ein Kredit niemanden reicher: Nimmt ein Kaffeehaus 10.000 € Kredit auf und legt das Geld aufs Konto, steigen Aktiva (Bank) und Passiva (Verbindlichkeiten) um je 10.000 €. Das Reinvermögen bleibt gleich.

6 Bilanzierungsregeln und Jahresabschluss ★★

Damit Außenstehende den Zahlen trauen und Firmen vergleichen können, gibt es Regeln. Sie engen den Spielraum ein, beseitigen ihn aber nie ganz.

Jahresabschluss

Das externe Rechnungswesen informiert alle Stakeholder, vor allem Eigen- und Fremdkapitalgeber, über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Jahresabschluss: Kern sind Bilanz und GuV. Je nach Rechtsform, Konzernzugehörigkeit und Börsennotierung kommen dazu:

Anhang (Erläuterungen zu Bilanz und GuV)
Lagebericht (Geschäftsverlauf, Ergebnis, Risiken)
Cashflow-Rechnung

Rechtlicher Rahmen

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB): teils gesetzlich verbindlich, teils schriftlich fixiert, aber nicht verbindlich, teils ungeschrieben
Handelsrecht (UGB in Österreich, HGB in Deutschland) und Aktienrecht (AktG): regeln Gliederung und Bewertung (z. B. wann wie abzuschreiben ist)

Prinzipien zum Schutz der Gläubiger

Gläubigerschutz: Wer dem Unternehmen Geld geliehen hat, soll es möglichst zurückbekommen. Im österreichischen und deutschen Recht ist das ein übergeordnetes Prinzip.

PrinzipKernaussage
VorsichtsprinzipDie Lage darf nicht besser dargestellt werden, als sie ist
RealisationsprinzipGewinne erst ausweisen, wenn sie tatsächlich realisiert sind
ImparitätsprinzipAbsehbare Verluste schon ausweisen, auch wenn sie noch nicht realisiert sind
Kapitalerhaltung (Kapitalgesellschaften)Eigentümer dürfen höchstens die erzielten Gewinne entnehmen

„Imparität" heißt Ungleichbehandlung: Gewinne und Verluste werden absichtlich ungleich behandelt.

Prüfungsfalle: Unrealisierte Gewinne dürfen nach dem Vorsichtsprinzip nicht ausgewiesen werden, absehbare unrealisierte Verluste dagegen müssen berücksichtigt werden. Wer beides gleich behandelt, verwechselt Realisations- und Imparitätsprinzip.

Internationale Standards: Nützlichkeit statt Vorsicht

Mit IFRS (International Financial Reporting Standards) und, bei US-Börsennotierung, US-GAAP verliert das Vorsichtsprinzip an Bedeutung. Im Vordergrund steht die Decision Usefulness: Der Abschluss soll Investoren eine nützliche Grundlage für Anlageentscheidungen bieten.

VertiefungStille Reserven und warum jeder Wert subjektiv ist

Stille Reserve: Ein Gegenstand steht in der Bilanz niedriger, als er tatsächlich wert ist. Beispiele: ein Wertpapier, dessen Marktwert deutlich über dem Anschaffungswert liegt, oder eine Maschine, die schon auf null abgeschrieben ist, aber noch läuft. Strenge Vorsicht erzeugt solche Reserven; Investoren sähen lieber realistische Werte.

Umgekehrt können Anschaffungswerte zu hoch sein, wenn Werte und Nutzungsmöglichkeiten schnell sinken. Diskutiert wird das unter Fair Value Accounting (Bewertung zu aktuellen Marktwerten) und Impairment Test (Prüfung auf Wertminderung).

Grundeinsicht: Bewertungsregeln geben nur einen Rahmen; innerhalb dessen gibt es Spielräume. Der Wert eines Vermögensgegenstands hängt davon ab, wer ihn bewertet und unter welchen Umständen. Ein Rennrad um 2.000 € ist für die Besitzerin vielleicht viel mehr wert, im Notverkauf bringt es vielleicht nur 600 €. Mit einer guten Geschäftsidee sind Maschinen viel wert, in der Krise fast nichts.

Daraus folgt: Der Unternehmenswert ist subjektiv. Und weil der Gewinn die Steigerung des bilanziellen Reinvermögens ist, ist auch der Gewinn eine subjektive Größe. Regeln „objektivieren" ihn nur ein Stück weit.

7 Wie die drei Rechnungen zusammenhängen ★★★

Ein Geschäftsvorfall wirkt oft auf alle drei Rechnungen, aber unterschiedlich. Außerdem lässt sich der Gewinn auch direkt aus der Bilanz ablesen.

Gewinn als Vermögensvergleich

Vermögensvergleich: Man ermittelt das Reinvermögen (Aktiva minus Schulden) zu Jahresbeginn (Eröffnungsbilanz) und zu Jahresende (Schlussbilanz). Der Zuwachs ist der Gewinn, wenn nichts entnommen und nichts eingelegt wurde.

FormelGewinn durch Vermögensvergleich
Gewinn=Reinvermo¨genEnde−Reinvermo¨genAnfang

In Worten: Der Gewinn ist das, um was das Eigenkapital (Vermögen minus Schulden) im Jahr gewachsen ist, solange die Eigentümer nichts herausgenommen oder hineingesteckt haben.

Beispiel ansehen

Eine Bäckerei hat zu Jahresbeginn einen Ofen (20.000 €), 5.000 € auf dem Konto und 10.000 € Kredit. Am Jahresende: Ofen nach Abschreibung 16.000 €, Konto 14.000 €, Kredit weiterhin 10.000 €.

Anfang: 20.000+5.000−10.000=15.000 €
Ende: 16.000+14.000−10.000=20.000 €

Ergebnis: Gewinn =20.000−15.000=5.000 €. Hätte der Bäcker unterm Jahr 2.000 € privat entnommen, wäre der Gewinn um diese 2.000 € höher (7.000 €), weil die Entnahme das Reinvermögen gesenkt hat, ohne Verlust zu sein.

Damit GuV und Bilanz denselben Gewinn zeigen, müssen beide dieselben Annahmen verwenden (z. B. dasselbe Abschreibungsverfahren). In der GuV ist die Abschreibung der anteilige Verbrauch, in der Bilanz derselbe Betrag als Wertverlust des Gegenstands.

Gewinn ist damit auch der Betrag, den man höchstens entnehmen kann, ohne dass das Reinvermögen (der bilanzielle Unternehmenswert) sinkt. Bleibt er im Unternehmen, erhöht er das Eigenkapital (Thesaurierung). In der Schlussbilanz steht der Gewinn auf der Passivseite als Differenz, damit Aktiva und Passiva gleich bleiben.

Typische Geschäftsvorfälle

VorgangCashflow / GuVBilanz
Lieferwagen bar kaufenInvestitions-CF sinkt; GuV unberührt (später Abschreibung)Aktivtausch: Bank −, Sachanlagen +; Summe gleich
Lieferwagen auf Kredit kaufenInvestitions-CF −, Finanzierungs-CF +; GuV erst durch Abschreibung und ZinsenAktiva und Passiva steigen (Bilanzverlängerung)
Material auf Vorrat kaufen, im nächsten Jahr verbrauchenKaufjahr: operativer CF sinkt, kein Aufwand. Verbrauchsjahr: Aufwand, kein CFKaufjahr: Bank −, Vorräte +. Verbrauchsjahr: Vorräte −, Gewinn sinkt
Kredit tilgenFinanzierungs-CF sinkt; kein AufwandBank −, Verbindlichkeiten −
Gewinn ausschüttenFinanzierungs-CF sinkt; kein AufwandBank −, Eigenkapital −

Prüfungsfalle: Ein Kauf aus eigenen Mitteln ist ein Aktivtausch: Die Bilanzsumme bleibt gleich, auf der Passivseite passiert nichts. Erst ein Kauf auf Kredit verlängert beide Seiten.

Drei typische Szenarien

Zahlungsunfähigkeit droht: zuerst in der Cashflow-Rechnung sichtbar (ungedeckter Zahlungsmittelbedarf).
Verlust: sichtbar in der GuV (Jahresfehlbetrag) und auf der Passivseite der Bilanz (Bilanzverlust). Danach fragen: Einmaleffekt oder dauerhaft? Liegt es am Umsatz (Menge, Preis, Produktmix) oder an Aufwänden (Produktion, Verwaltung)?
Ausgaben für Forschung und Entwicklung: Kurzfristig sinken Cashflow und Jahresüberschuss; in der Bilanz sinkt das Bankguthaben (Aktiva) und der Bilanzgewinn (Passiva). Forschungsausgaben werden hier nicht als Anlagevermögen angesetzt.

Einfach erklärt: Warum forscht man trotzdem? Weil ein Unternehmen nur durch Innovation langfristig Wert für Kundschaft und Eigentümer schafft. Heute kostet es Gewinn, morgen bringt es hoffentlich mehr Umsatz oder niedrigere Kosten. Finanziert wird das aus laufenden Gewinnen und Rücklagen oder mit neuem Eigen- oder Fremdkapital.

Prüfungsfalle: Forschungsausgaben senken den Gewinn sofort. Wer daraus schließt, dass sie „schlecht" seien, übersieht die Leitidee: Wertschöpfung entsteht durch Innovation, und die braucht Vorleistung.

VertiefungWas ist ein Unternehmen wert? Drei Sichtweisen
1Bilanzielle Sicht (Buchwert): Wert für die Eigentümer = Reinvermögen = Aktiva minus Schulden = Eigenkapital laut Bilanz.
2Zukunftsorientierte Sicht (Ertragswert): Ein Unternehmen ist so viel wert, wie es künftig erwirtschaften wird. Man nimmt dafür (bereinigte) Gewinne oder meist Free Cashflows (Discounted Cashflow).
3Kapitalmarktsicht: Bei börsennotierten Firmen der Marktwert, die Marktkapitalisierung =Anzahl Aktien⋅Aktienkurs.

Diese drei Werte unterscheiden sich in der Regel. Der Gewinn ist immer die Steigerung des Werts nach dem jeweils verwendeten Wertansatz.

Investition und Finanzierung:

Investitionsentscheidung: Auszahlungen heute in der Hoffnung auf künftige Einzahlungen. Mit Kriterien dafür beschäftigt sich die Investitionstheorie.
Finanzierungsentscheidung: wie man die nötigen Zahlungsmittel bereitstellt. Das untersucht die Finanzierungstheorie.
Kapitalmarkt: Aktiengesellschaften können durch Ausgabe von Aktien Eigenkapital beschaffen; Fremdkapital kommt z. B. über Bankkredite oder Anleihen.

8 Rentabilitätskennzahlen: ROI, ROCE, ROE ★★★

Kennzahlen (Financial Ratios) setzen Größen aus dem Rechnungswesen ins Verhältnis. So kann man Unternehmen unterschiedlicher Größe, Branchenschnitte und Entwicklungen über die Zeit vergleichen.

Grundidee

Rentabilität: Wie viel Gewinn erwirtschaftet im Durchschnitt jeder eingesetzte Euro Kapital?

Wichtig: Es gibt nicht die eine richtige Formel. Jede Kennzahl kann verschieden definiert sein, und schon die Zutaten (z. B. der Gewinn) hängen von Annahmen ab. Beim Vergleichen also immer prüfen, ob gleich gerechnet wurde (sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen).

Einfach erklärt: Firma A verdient dreimal so viel wie Firma B. Ist A besser? Nicht unbedingt: Ist A fünfmal so groß, holt sie aus jedem Euro weniger heraus.

Durchgehendes Beispiel: Eine Lern-App-Firma hat Gesamtkapital 500.000 € (davon Finanzanlagen 100.000 €), Eigenkapital 200.000 €, EBIT 60.000 €, Finanzerträge 4.000 €, Zinsaufwand 14.000 €, Steuern 25 %, Umsatz 750.000 €. Daraus: EBT =60.000+4.000−14.000=50.000 €, Gewinn nach Steuern =37.500 €.

FormelReturn on Investment (ROI)
ROI=Erfolginvestiertes Kapital=Gewinn+FK-ZinsenGesamtkapital

In Worten: Wie viel das gesamte eingesetzte Kapital (eigenes und fremdes) erwirtschaftet hat. Als Erfolg nimmt man oft den Gewinn vor Abzug der Fremdkapitalzinsen; dann misst der ROI die Gesamtkapitalrentabilität.

Gesamtkapital = Eigenkapital + Fremdkapital (= Bilanzsumme)
Beispiel ansehen

Lern-App-Firma: ROI=37.500+14.000500.000=51.500500.000

Ergebnis: ROI = 10,3 %

FormelReturn on Capital Employed (ROCE)
ROCE=EBITCapital Employed

In Worten: Wie viel der Betriebserfolg im Verhältnis zu dem Kapital ist, das im eigentlichen Geschäft steckt. Weil das EBIT keine Finanzerträge enthält, lässt man auch Finanzanlagen und Wertpapiere im Nenner weg.

Capital Employed = das im Unternehmen selbst eingesetzte Kapital, ohne Finanzanlagen und Wertpapiere
Beispiel ansehen

Lern-App-Firma: Capital Employed =500.000−100.000=400.000 €

ROCE=60.000400.000

Ergebnis: ROCE = 15 %

Eine zweite übliche Definition: ROCE=Operating ProfitOperating Assets. Der Operating Profit (vor oder nach Steuern) ist nur der Gewinn aus dem Kerngeschäft; auch Mieterträge aus nicht betrieblich genutzten Gebäuden fallen weg. Entsprechend zählen dann weder Finanzanlagen noch vermietete Gebäude zu den Operating Assets.

FormelReturn on Equity (ROE)
ROE=GewinnEigenkapital

In Worten: Die Rentabilität des Geldes der Eigentümer. Aus deren Sicht ist das die wichtigste Rentabilität.

Beispiel ansehen

Lern-App-Firma: ROE=37.500200.000

Ergebnis: ROE = 18,75 %

KennzahlZählerNenner
ROIGewinn + FK-ZinsenGesamtkapital
ROCEEBIT (bzw. Operating Profit)Capital Employed (ohne Finanzanlagen)
ROEGewinnEigenkapital

Prüfungsfalle: ROI und ROCE messen die Rentabilität des gesamten Kapitals, der ROE nur die des Eigenkapitals. Wer beim ROE durch die Bilanzsumme teilt, rechnet falsch.
Prüfungsfalle: Für den Vergleich von Geschäftsbereichen (z. B. Sparte A und Sparte B) eignet sich der ROI besser als der ROE. Man kann kaum sagen, wie viel Eigen- und Fremdkapital in einer einzelnen Sparte steckt.

VertiefungWelches Kapital im Nenner? Durchschnitt statt Anfang

Das Kapital ändert sich im Laufe des Jahres, etwa weil der Gewinn im Unternehmen bleibt. In der Praxis nimmt man daher oft das durchschnittlich eingesetzte Kapital: (Anfang+Ende)/2.

Rechenbeispiel ROI auf Anfangs- oder Durchschnittskapital

Ein Foodtruck-Unternehmen, nur mit Eigenkapital finanziert, startet mit 90.000 €, macht 20.000 € Gewinn und behält ihn. Ende: 110.000 €.

auf das Anfangskapital: 20.000/90.000≈22,2 %
auf das Durchschnittskapital (90.000+110.000)/2=100.000: 20.000/100.000=20 %

Ergebnis: Je nach Nenner 22,2 % oder 20 %. Weil es keine Finanzerträge und kein Fremdkapital gibt, sind hier ROI, ROCE und ROE gleich.

Achtung bei kleinen Firmen mit Inhaberarbeit: Der Gewinn enthält auch die unbezahlte Arbeit der Gründerin. Eine hohe Rentabilität ist dann keine reine Finanzrendite. Bei reinen Finanzanlagen nennt man den Zuwachs bezogen auf den eingesetzten Betrag Rendite.

VertiefungRentabilität sagt nichts über Risiko

Eine Rentabilität im Nachhinein zeigt nur, was war. Sie verrät nicht, ob dieselben Entscheidungen auch viel schlechter hätten ausgehen können oder ob das nächste Jahr ähnlich wird.

Wie bei privater Geldanlage gilt: 3 % sicher sind etwas anderes als 3 % im Erwartungswert einer riskanten Anlage. Eine hohe Rendite kann Glück bei hohem Risiko sein. Meist bekommt man höhere Renditen nur mit höherem Risiko: Risiko ist die Kehrseite finanzieller Performance.

9 Umsatzrentabilität, Liquidität und Kapitalstruktur ★★★

Neben der Rentabilität auf das Kapital interessiert, wie viel vom Umsatz hängen bleibt, ob kurzfristige Schulden gedeckt sind und wie stark ein Unternehmen verschuldet ist.

FormelUmsatzrentabilität
Umsatzrentabilita¨t=GewinnUmsatz

In Worten: Wie viel Gewinn im Schnitt aus jedem Euro Umsatz übrig bleibt.

Beispiel ansehen

Lern-App-Firma: 37.500/750.000

Ergebnis: Umsatzrentabilität = 5 %, also 5 Cent Gewinn pro Euro Umsatz.

Prüfungsfalle: Die Umsatzrentabilität bezieht den Gewinn auf den Umsatz, nicht auf das Kapital. Eine hohe Umsatzrentabilität bedeutet daher nicht automatisch einen hohen ROE.

Liquiditätskennzahlen

FormelLiquiditätsgrad
Liquidita¨tsgrad=flu¨ssige Mittelkurzfristige Verbindlichkeiten

In Worten: Welcher Teil der kurzfristigen Schulden mit vorhandenen flüssigen Mitteln bezahlt werden könnte. Ein Wert von 1 heißt: Alle kurzfristigen Schulden wären gedeckt.

Beispiel ansehen

Lern-App-Firma: Kassa/Bank 100.000 €, Forderungen 70.000 €, Vorräte 30.000 € (Umlaufvermögen 200.000 €), kurzfristige Verbindlichkeiten 100.000 €.

1. Grades: 100.000/100.000=1,0
2. Grades: (100.000+70.000)/100.000=1,7
3. Grades: 200.000/100.000=2,0
Working Capital: 200.000−100.000=100.000 €
GradWas als „flüssige Mittel" zählt
1. GradesKassa, täglich fällige Bankguthaben, sofort verkaufbare Wertpapiere
2. Gradeszusätzlich Forderungen (nur teils sofort eintreibbar)
3. Gradesdas gesamte Umlaufvermögen (auch Vorräte)

Working Capital = Umlaufvermögen − kurzfristige Verbindlichkeiten. Es ist die Differenz statt des Quotienten und sagt ungefähr dasselbe wie die Liquidität 3. Grades.

Ist das Umlaufvermögen größer als das kurzfristige Fremdkapital (Liquidität 3. Grades über 1, Working Capital positiv), dann ist das gesamte Anlagevermögen langfristig finanziert, also mit Eigenkapital und langfristigem Fremdkapital.

Prüfungsfalle: Mit jedem höheren Grad kommen mehr Posten in den Zähler. Die Liquidität 3. Grades ist daher nie kleiner als die 1. Grades, aber sie ist weniger „sicher", weil Vorräte erst verkauft werden müssen.

Kapitalstruktur

FormelVerschuldungsgrad
Verschuldungsgrad=Fremdkapital (Verbindlichkeiten + Ru¨ckstellungen)Eigenkapital

In Worten: Wie viele Euro Fremdkapital auf einen Euro Eigenkapital kommen. Englisch heißt das Gearing oder Leverage Ratio.

Beispiel ansehen

Lern-App-Firma: Verbindlichkeiten 250.000 €, Rückstellungen 50.000 €, Eigenkapital 200.000 €.

250.000+50.000200.000=1,5

Ergebnis: Auf jeden Euro Eigenkapital kommen 1,50 € Fremdkapital.

Eigenkapitalquote (ergänzend, sehr gebräuchlich): Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital, EK-Quote=Eigenkapital/Gesamtkapital. Bei der Lern-App-Firma: 200.000/500.000=40 %. Je höher die Quote, desto geringer der Verschuldungsgrad.

Prüfungsfalle: Der Verschuldungsgrad teilt Fremdkapital durch Eigenkapital, nicht durch das Gesamtkapital. Und Rückstellungen zählen zum Fremdkapital mit.

VertiefungWie Kredit und thesaurierter Gewinn die Kennzahlen bewegen
Rechenbeispiel Kauf auf Kredit

Ein Kaffeehaus hat 60.000 € Eigenkapital und 40.000 € Fremdkapital (Bilanzsumme 100.000 €). Es kauft eine Röstmaschine um 20.000 € auf Kredit.

Verschuldungsgrad vorher: 40.000/60.000≈0,67, nachher: 60.000/60.000=1,0
EK-Quote vorher: 60.000/100.000=60 %, nachher: 60.000/120.000=50 %

Ergebnis: Der Kredit erhöht den Verschuldungsgrad. Bleibt das EBIT zunächst gleich, sinken ROI und ROCE, weil der Nenner wächst. Später mindern die Zinsen den Gewinn und damit auch den ROE.

Thesaurierter Gewinn senkt den Verschuldungsgrad: Bleibt der Gewinn im Unternehmen, wächst das Eigenkapital bei gleichem Fremdkapital. Beispiel: 30.000 € Fremdkapital, Eigenkapital steigt durch 20.000 € einbehaltenen Gewinn von 40.000 € auf 60.000 €. Verschuldungsgrad sinkt von 0,75 auf 0,5.

Kauf aus eigenen Mitteln (Aktivtausch) ändert weder Gesamtkapital noch Eigenkapital. ROCE, ROE und Verschuldungsgrad bleiben dadurch unmittelbar gleich.

Checkliste: Das musst du können

Ich kann erklären, warum Unternehmen Finanzkapital brauchen und wie sich Eigen- und Fremdkapital unterscheiden (Risiko, Rechte, Zins).
Ich kenne die drei Grundpfeiler und ihre Leitfragen: Cashflow-Rechnung (Liquidität), GuV (Erfolg), Bilanz (Vermögen und Kapital am Stichtag).
Ich kann operativen Cashflow, Investitions-Cashflow, Free Cashflow und Finanzierungs-Cashflow berechnen und Vorgänge richtig zuordnen.
Ich kann Ein- und Auszahlungen von Erträgen und Aufwänden unterscheiden und weiß, warum eine Maschine erst über die Abschreibung zum Aufwand wird.
Ich kann lineare Abschreibung und Buchwerte rechnen und weiß, warum es keinen objektiv richtigen Gewinn gibt (pagatorisch, kalkulatorisch).
Ich kann Gesamt- und Umsatzkostenverfahren vergleichen und von EBIT über EBT zum Jahresüberschuss rechnen; ich weiß, was EBITDA ist.
Ich kenne die Bilanzgliederung (AV, UV, ARA; EK, Rückstellungen, Verbindlichkeiten, PRA), weiß, was Rückstellungen sind, und kenne Agio, Kapitalrücklage und Gewinnrücklagen.
Ich kann Vorsichts-, Realisations- und Imparitätsprinzip unterscheiden und weiß, was IFRS mit Decision Usefulness meint.
Ich kann den Gewinn durch Vermögensvergleich ermitteln und Geschäftsvorfälle in allen drei Rechnungen durchspielen.
Ich kann ROI, ROCE, ROE, Umsatzrentabilität, Liquiditätsgrade, Working Capital, Verschuldungsgrad und EK-Quote berechnen und ihre Grenzen (Definitionen, Risiko) erklären.

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